Outdoor GPS (Garmin eTrex Vista HCx)
[ 9. Aug 2009; Outdoor]

Das ideale GPS zu finden war leider unmöglich. Brauchbare Geräte zum Wandern und Radfahren gibt es eigentlich nur von Garmin. Der Hersteller bietet 3 aktuelle Serien an, die leider alle ihre Schwächen haben. Aufgrund der Empfindlichkeit des Empfängers, des im Freien gut lesbaren Displays und der geringen Größe habe ich mich für das Vista HCx aus der eTrex Serie entschieden. Größter Nachteil: Für straßenreiche Innenstadtnavigation ist das Display mit 176x240 Pixeln etwas klein.

Das Gerät ist nicht mein erstes Vista. Vor einigen Jahren hatte ich schon den Urgroßvater der jetzigen Version gekauft und war damit bis auf die Empfangsschwäche in dichten Wäldern ganz zufrieden. Und hier hat sich scheinbar das meiste getan: Das HCx empfängt wirklich überall. Das Bild zeigt beide Geräte in einem geschlossenen Raum. Dem alten Vista ist es auch nach vielen Minuten nicht gelungen, mehr als einen Satellit zu erkennen, das neue brauchte ca. 20 Sekunden bis zur Positionsbestimmung. Laut diversen Testberichten soll das Vista HCx auch empfindlicher sein als die Oregon oder Forerunner/Edge Serien, weil ein gegebenüber dem SiRFstar III nochmals verbesserter Empfänger von MediaTek verbaut ist.

Wie schon beim alten Vista, sind auch bei diesem Spitzenmodell der eTrex-Reihe barometrischer Höhenmesser und elektronischer Kompass verbaut. Beides hat sich schon in der Vergangenheit als extrem nützlich erwiesen. Der barometrische Höhenmesser kann die kurzfristigen Ungenauigkeiten des GPS bei der Höhenmessung ausgleichen und umgekehrt kann das GPS helfen, die langfristigen wetterbedingten Luftdruckschwankungen herauszurechnen. Für sportlich orientierte Aktivitäten erhält man so sehr genaue Höhenprofile. Der Kompass ist beim Wandern nützlich, da das Gerät auch ohne Vorwärtsbewegung die Richtung erkennt. Zum Radfahren ist er allerdings nicht wirklich geeignet, weil der Kompass sehr schnell verfälscht, wenn das Gerät nicht waagerecht ausgerichtet ist - was sich bei Montage am Lenker je nach Steigung/Gefälle aber fast nicht vermeiden lässt.

Das Bild zeigt das Höhenprofil der Jungfernfahrt des Gerätes. Die mit GPS initialisierte Höhenmessung beim Start ergab 160m (Häuserschlucht) und zum Ende der Tour meldete das Gerät am gleichen Ort 195m. Die 195m sind korrekt und das Ergebnis der automatischen Kalibrierung während der Tour. Störend ist nur, dass die Kalibrierung verloren geht, wenn das Gerät länger ausgeschaltet ist. So werde ich nächstes WE entweder das Gerät schon ein Stündchen vor Abfahrt anschalten oder aber manuell die Starthöhe eintragen müssen, wenn ich die Messung ab Start ganz genau haben will.

Seit meinem ersten Vista hat sich einiges getan, was PC Software und Karten angeht. Dafür geht aber kein Dank an Garmin, sondern an die Community, die mit Tools wie QLandkarteGT und Projekten wie OpenStreetMap (OSM) dafür gesorgt hat, dass ich jetzt auch unter Linux kostenfreie und gute Wander- und Radkarten auf das Gerät aufspielen und nachträglich Strecken auswerten kann. Leider ist es noch etwas mühsam, die ganzen Puzzlestücke zusammenzusuchen, bis die Software läuft. (Angefangen bei Zugriffsrechten für USB bis hin zu den mysteriösen typ-Files.)

Während der Tour hat sich das Gerät uneingeschränkt bewährt. Das Gerüttel am Lenker bei holprigen Abfahrten macht ihm nichts aus und die Markierung der Route ist so kräftig, dass ein flüchtiger Blick aufs Display genügt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Neben der einfachen Draufsicht auf die Karte gibt es jetzt auch einen Highway-Modus mit der vom Auto-Navi bekannten 3D-Ansicht. Das ist noch entspannter, weil man einfach rollen lassen kann, solange ein vertikaler Strich auf dem Display ist. :) Neu ist auch der Piepser, den das Gerät bekommen hat. Neben nervigen Sachen wie Tasten-Pieps, die sich aber einfach abstellen lassen, gibt es auch praktische Geräusche, wie zB. das Erreichen eines Wegpunktes. So hat man auch ohne Blick aufs Display zwischendurch die akustische Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Unterm Strich erhöht das kleine Gerät den Fahrspaß auf unbekannter Strecke dramatisch. Ich konnte einen Großteil der Wegkreuzungen und Abzweigungen einfach überfahren. Bei einigen musste ich anhalten und die vorhandenen Wege mit dem Display vergleichen und bei einigen Abfahrten bin ich ohne Anhalten einfach falsch gefahren, weil ich Abzweigungen sowohl auf dem Display als auch auf dem Weg übersehen habe. Allerdings sorgt die dicke Markierung der Route dafür, dass das Verlassen derselben schon beim kürzesten Blick auffällt. Laut Aufzeichnung bin ich nie mehr als 100m in einen falschen Weg hineingefahren. Für Saarbrücken und Umgebung war die OSM Karte sehr exakt und wirklich jeder Pfad verzeichnet. Am Ende des Bergabschnitts, in Völklingen, schienen jedoch 2-3 Wege zu fehlen. Die werde ich demnächst mal abfahren und bei OSM nachtragen...

 
Kommentare
Uwe (Mon, 10 Aug 2009):
Uwe (Mon, 10 Aug 2009):
... die geplante Investition vor einer Woche angekündigt und schon realsiert und sogar schon getestet?! Hut ab! Nun kann ja nichts mehr schief gehen ;-)

Ich bin aber entsetzt über unseren Blindflug! Beim letzten Mail sind wir offensichtlich mehr als 5km unnötig durch den Wald gegurkt ...
Captain Jork (Mon, 10 Aug 2009):
Ich bin dabei. Team rIDSel ole
Micha (Mon, 10 Aug 2009):
@Uwe: Haustür zu Haustür waren es das letzte Mal knapp 55km. D.h. wir haben fast 10 Bonuskilometer absolviert. Diesmal war ich anstatt 4h auch nur 3h unterwegs.

Der richtige Weg ist teils sehr gut getarnt. So geht es zB. auf der breiten Schotter/Geröllabfahrt hinter den Spichern-Stellungen irgendwann mal auf einem schmalen Pfad 15m links rein zu einem Tor in einer Mauer. Das ganze sieht aus wie ein Privatgrundstück. Hätte das GPS nicht darauf bestanden, wäre ich da nie reingefahren. Es ist ein Offiziersfriedhof, auf dem auch tatsächlich irgendwo ein Baum mit Wanderwegzeichen steht.
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